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Traditionelle Kultur in Kreis Chojnice

   Das ethnisch einheitliche Gesamtbild dieser Länder in Pommern änderte sich im Verlauf der Geschichte. Der südliche Teil der heutigen Gemeinde Chojnice wurde von der Mitte des 15. Jhs. zu einem Ansiedlungsort der Kolonisationsbevölkerung deutscher Abstammung, die später Kosznajdry genannt wurde.
     Stürmische geschichtliche Prozesse, die besonders im 19. und im 20. Jh. verstärkt waren, sowie Einwirkung der deutschen und der polnischen Kultur verursachten einen Rückgang des kaschubischen Einflüsse. Zur Zeit verläuft die südliche Grenze der Kaschubei die Linie des Flusses Brda entlang.
     Der Kreis Chojnice wird dicht von zwei ethnischen Gruppen: den Kaschuben im Norden und im Südwesten und den "Kociewiacy" (Einwohner des Kociewska Landes) in der Gemeinde Czersk bewohnt. Die Kaschuben im Kreis sind: "Zaborscy" (Krebanie)- die Einwohner des Zaborska Landes; so wird historisch die Gegend von Brusy bezeichnet. In der Gemeinde Konarzyny wohnen "Boroce" (Bezeichnung der Einwohner dieses Gebietes), nördlich von ihnen wohnen "Gochy".
     Die Gegend von Czersk bewohnen „Borowiacy“, die sich mit der Kultur des Landes von Kociewie identifizieren. Die Gemeinde und die Stadt Chojnice haben kein einheitliches ethnisches Bild. Dort wohnt teilweise die Bevölkerung lokaler Abstammung (Kaschuben und „Borowiacy“), sowie eingewanderte Bevölkerung aus der Tiefe des Landes, sogar aus dem Osten.
     Die Einwohner des Landes von Chojnice und des Zaborska Landes, insbesondere die Kaschuben, bemühen sich ihre eigene Sprache und Kultur aufrechtzuerhalten. Ein Zeugnis dafür stellen die einzige in Polen Allgemeinbildende Oberschule in Brusy, aktive Tätigkeit des Vereins von der Kaschubei und Pommern, ausgezeichnete Volkskunstensembles (Krebane aus Brusy, Kaszubi und Kaszebe aus Chojnice), die Veranstalter des Volkskunstfestes aus verschiedenen Weltgegenden um Wende Juli zum August sind, dar.
    Die Kaschubei ist eine Region, wo die Volkskunst immer lebhaft ist. Ein nicht nur in Polen bekannter Künstler, der die Grenzen der traditionell aufgefassten Volkskunst übersteigt, ist Jozef Chelmowski aus Brusy - Jagla. Dieser Schöpfer überrascht mit dem ausgedehnten Bereich seiner Interessen und eigener philosophischer Weltauffassung. Er führt Touristen durch sein Atelier und eine aussergewöhnliche Freilichtausstellung gern. Dort kann man zum Beispiel eine wunderschöne Sammlung der Gartenbienenstöcke und eine Maschine zum Fang der Elemente sehen. Der Kreis Chojnice ist nicht nur ein Naturreichtum, sondern auch der Reichtum der materiellen Kultur.
     Geheimnisvolle steinerne Ringe und Grabhügel in Lesno (Gemeinde Brusy) und in Odry (Gemeinde Czersk) intrigieren immer nicht nur Archäologen und Historiker. Waren diese steinernen Ringe ein Treffpunkt der Volksvorgsesetzten oder eine Kultstätte der in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung in der Suche nach einem mythischen Glücksland wandernden Goten? Vielleicht war das ein Gerichtsort und Ort der Menschenopfergabe? Trotz zahlreicher Forschungen mangelt es immer an eindeutigen Antworten auf diese und andere Fragen.
    Beim Aufenthalt in Lesno muss man auch eine wunderschöne hölzerne Kirche aus der Stiftung der Königin Maria Ludwika aus dem Jahr 1650 mit einer prachtvollen Ausstattung und dem höchsten hölzernen Glockenturm in Polen (32 m) sehen.
In Chojnice blieb ein Teil der mittelalterlichen Stadtmauern mit dem Tor von Czluchow aus dem Jahr 1340 erhalten, das der Reihe nach als ein Beobachtungstor, ein Einfahrtstor, ein Gefängnis, ein Glockenturm der Lutheraner Kirchen diente. Seit 1962 befindet sich hier ein Historisch - Ethnographisches Museum. Es lohnt sich auch die gotische Enthauptung des Hl. Johannes der Täufer Basilika, die ehemalige Maria Verkündigung Jesuitenkirche, das ehemalige Jesuitenkollegium, eine hölzerne Kirche und ein Kloster der Augustinermönche, die auf Polnisch "Konwikt" heisst.
    Interessant und bemerkenswert sind auch andere Kirchen im Kreis, z.B. in Czersk, Swornegacie, Brusy, Ostrowite. Sehr merkwürdig und kennzeichnend für dieses Gebiet sind Strassen - kapellen, die "Qualen Gottes" genannt werden.
Innerhalb des Kreises gibt es zahlreiche Wasserbauobjekte: alte Mühlen, die seit Jahrhunderten das Getreide mahlen, z. B. in Czersk, Kaszuby, oder Sägewerke - Chocinski Mlyn. Ein interessantes Objekt für den Wasserbau ist der Staudamm in Mylof, mit der einzigartigen in Polen malerischen Deichschleuse in Form der Stufen. Dort beginnt auch der Grosse Kanal der Brda.
Innerhalb des Kreises blieben noch traditionelle Brotofen, z.B. in Widno erhalten, wo man im Sommer während der Freilichtveranstaltungen schmackhafte Brötchen und Brot kosten, die nach den alten Rezepten gebacken werden.
     Das Land von Chojnice und das Zaborska Land bilden ein Gebiet, auf dem noch viele alte Hütten und Bauernhöhe überdauerten, die oft malerisch unter den Wäldern und Seen gelegen sind. Die Dörfer in den Urwäldern, wie z.B. Parszczenica (Gemeinde Konarzyny), oder Wysoka Zaborska (Gemeinde Brusy) sind authentische kleine Freilichtmuseen.

Der Text stammt aus dem publikation "der Bezirk Konitzer" ausgegeben in 1999 Jahr durch den Verlag "Taurus". Sie wiedergeben M. und J. Jakubowicz